Stacks Image 7
Stacks Image 9
Stacks Image 11

SOM 1987 Zugerberg (Höhen und Tiefen im Orientierungslauf)

Die Staffel-OL Schweizermeisterschaft 1987 auf der OL-Karte Zugerberg wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Höhen und Tiefen in diesem Sport liegen nahe beieinander und an diesem Tag habe ich, haben wir, beides erlebt. Eine Staffelrennen ist immer eine Teamleistung, das ist klar und ich habe gelernt, dass es dabei ausschliesslich um die gesamte Leistung von allen geht und, das ist für mich das wichtigste, dass es nie eine Schuldzuweisung gibt, wenn etwas nicht klappt.
Darum, oder gerade deswegen, hat sich dieser Wettkampf bei mir besonders eingeprägt. An diesem nebligen Morgen sind von der OLG Welsikon zwei Teams am Start bei den Herren B gestanden. Kurt Friedrich "Frida", Mario und Christian Toberer "C.T." als ein Team und Beat Wyss "Schnitzer", ich und Roger Véron "der Lange" als das andere. Beat ist bekannt gewesen als besonders schneller Läufer und mit ihm auf der Startstrecke ist immer zu rechnen gewesen. Cleverer Weise spricht man sich gerade unter Clubteams vor dem Lauf ab; im Stil von 'was ist wenn'. Die Aussage von Frida hat aber bei Beat keine Begeisterung ausgelöst: "zuerst muss er mich nachkommen". Dazu muss man wissen, dass Frida ein ehrgeiziger OL Läufer gewesen ist, eigentlich auf dem Sprung von den Herren A zur Elite.
Nun, die erste Strecke hat die passende Antwort geliefert: Schnitzer ist als erster von der Startstrecke zurück gekommen mit eineinhalb Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Frida.
Auf der zweiten Strecke habe ich mich dann mit Mario duelliert. Das heisst irgendwo in der Steigung zwischen Posten 4 und 5 hat Mario zu mir aufgeschlossen und wir sind dann mehr oder wenige zusammen gelaufen. Den nebelverhangenen Übergang haben wir nur wenige Meter auseinander passiert und im Ziel sind wir 30 Sekunden auseinander gewesen. Welsikon auf den Plätzen eins und zwei, eine super Ausgangslage für die Schlussläufer C.T. und Roger.
Was dann geschehen ist, gehört eben ins Kapitel "Tiefen", Roger hat Christian noch auf dem Weg zum Startpunkt eingeholt und beide sind dann zusammengelaufen. Irgendwo zwischen Po 2 und 4 sei Roger dann plötzlich den Hang hinunter gerannt hat C.T. im Ziel berichtet: ein Blackout sozusagen und das war's. Bis Roger seinen Fehler bemerkt hat und vor allem bis er dann wieder auf der Normalroute gewesen ist ist viel Zeit verstrichen, sehr viel sogar.
Christian ist als Erster ins Ziel eingelaufen und wir haben vergeblich auf Roger als Zweiten oder als Dritten gewartet, auch unter die ersten Zehn hat er es nicht geschafft. Wir haben dann aufgehört zu zählen, sondern wir sind gespannt gewesen auf seinen Bericht zum Lauf. Roger ist als 21. ins Ziel gekommen.

Nachtrag


Wir sind in der gleichen Zusammensetzung ein Jahr später erneut an der SOM gestartet. Auf dem Lukmanierpass haben wir in einem ähnlich spannenden Wettkampf den zweiten Platz gewonnen. Man könnte auch sagen, dass wir das nachgeholt haben was wir im Jahr zuvor nicht erreicht hatten.